Genau zehn Jahre ist es her, dass an dieser Stelle die Veränderungen skizziert wurden, die mit der sukzessiven Einführung des G8 auch das Fach Englisch massiv betrafen. Es war die Rede von der Notwendigkeit eines „kontinuierlichen Wandels zum Wohle unserer Schülerinnen und Schüler“ durch die Einführung von Intensivierungsstunden, mündlicher Partner- und Gruppenprüfungen

sowie durch das Einfordern der Beherrschung neuer Präsentationstechniken. Mündlichkeit,
Lernerautonomie, Kommunikationsfähigkeit auf gymnasialem Niveau, Kompetenzorientierung, d.h. die Fähigkeit unserer Abiturientinnen und Abiturienten das Gelernte im späteren Berufsleben auch souverän anwenden zu können, Stärkung der Prüfungsformate listening und mediation, all das waren nur einige der neuen Schlagworte, die im Rahmen einer „Bildungsoffensive Bayern“ in den letzten Jahren in aller Munde waren. Die stets sehr guten Ergebnisse in den zentralen Jahrgangsstufentests in Englisch in den Jahrgangsstufen 6 und 10 belegen die hohe Qualität des Englischunterrichts am Gymnasium Dingolfing, der getragen wird von engagierten Lehrkräften, die die Lerninhalte den ihnen anvertrauten jungen Menschen in motivierender Form nahebringen. Damit werden die Forderungen der Bildungspolitik am Gymnasium Dingolfing in hohem Maße erfolgreich umgesetzt.
Von den Schülerinnen und Schülern aller Jahrgangsstufen sowie ihren Englischlehrerinnen und -lehrern wurde und wird ein hohes Maß an Bereitschaft zu einer veränderten Lern- und Lehrkultur erwartet. Mit dem neuen LehrplanPLUS, der in diesem Schuljahr in den 5.Klassen das neue
bayerische G9 eingeläutet hat, werde der Schülerschaft „nun wieder mehr Zeit für einen vertieften Kompetenzerwerb geboten“ (Ludwig Spaenle). Da „digitale Fähigkeiten in der modernen Welt grundlegende Schlüsselkompetenzen“ darstellten, „werde digitale Bildung nicht nur im
Lehrplan-PLUS fächerübergreifend vermittelt, sondern mit Informatik als eigenständigem Pflichtfach fest verankert“. Im Rahmen eines „Masterplans BAYERN DIGITAL II“ waren also alle Fachbetreuungen in diesem Schuljahr aufgerufen, Medienkonzepte für eine „fächerübergreifende Medienbildung“ zu erstellen. Also zwingend „mehr Tablets und weniger Büchertaschen“?
Bpv-Hauptpersonalrat Schwägerl meint, „es sei wenig zielführend, möglichst viele Geräte möglichst häufig einzusetzen“ (Zeitschrift des bpv, Mai, 2018, S.23). Vielmehr müsse es den Unterrichtenden ermöglicht werden, „mit Hilfe von Fortbildungsmaßnahmen den pädagogischen Mehrwert digitalen Medieneinsatzes zu erfassen“. Mit seiner Einschätzung, dass „trotz aller digitalen Möglichkeiten im Bildungsprozess die menschliche Beziehung zwischen Lernenden und Lehrenden immer im Mittelpunkt stehen müsse“, verweist Schwägerl auf eine von der empirischen Forschung längst überzeugend nachgewiesenen Tatsache. Überzeugend – da nicht ideologisch gefärbt – die Ergebnisse der sog. Hattie-Studie (mehr als 800 Metaanalysen, die wiederum 50 000 Einzelstudien zusammenfassen, mit weltweit 250 Millionen beteiligter Schüler): Die Fragestellung „Was macht guten Unterricht aus? Was ist wirklich lernfördernd“? zeitigte z.T. unerwartete Ergebnisse: Was „nicht schade, aber auch nicht helfe“ ist z.B. „Web-basiertes Lehren und Lernen“ (!), „was mehr hilft“ sind u.a. „lehrergeleiterter Unterricht“, „Zusatzangebote für starke Schüler“ und „regelmäßige Leistungsüberprüfungen“. „Was richtig hilft“ (empirisch nachgewiesen!), sind ein „vertrauensvolles Verhältnis zwischen Lehrkraft und Schüler“, „Lehrerfeedback“, „problemlösender Unterricht“, „fachspezifische Lehrerfortbildung“ und „Programme zur Leseförderung“ (zitiert nach Die ZEIT, 3.1.2013). Sehr lesenswert in diesem Zusammenhang auch der Artikel in der Washington Post vom 8.Oktober 2017, der die Erkenntnisse eines amerikanischen Buches zu gutem Unterricht referiert: „Two Veteran Teachers Expose How Technology Overuse Is Making Our Kids Dumber“. Die Quintessenz: „this lesson (gemeint ist ein lehrergeleiteter, schüleraktivierender, „bewegter“, interaktiver Unterricht) was superior in nearly every way compared to the more complex technology-enhanced lesson“. Die Autoren, beide Informatiker und Lehrer, legen darin dar, dass amerikanische Schüler nicht länger wie gebannt stumm auf ihre Computerscreens starrten, sondern unmittelbar ein sehr fruchtbares gemeinsames Lernerlebnis miteinander teilten.

Die Fachbetreuer Englisch sind sich mit der neuen Schulleitung einig, dass es selbstverständlich auch am Gymnasium Dingolfing kein Zurück in eine vor-digitale Welt geben kann. Die
Möglichkeiten und Vorzüge digitaler Medien müssen jedoch im größeren Zusammenhang einer dem Schüler zu vermittelnden media literacy gesehen werden. Einer gängigen Definition zufolge ist besagte media literacy mehr als souveräner technischer Umgang mit digitalen Medien, sondern die Fähigkeit, mit kritisch-analytischem Blick Fakten von bloßen Meinungen zu trennen, Wahrheit von gezielten Manipulationen zu einem bestimmten Zweck zu unterscheiden. Ergebnis dieser
Medienerziehung ist der mündige Staatsbürger.
In einer Zeit vielfach unterstellter („Lügenpresse“) oder bewusster Täuschung (im Netz generierte und verbreitete „alternative facts“), schleichenden Werteverlustes und bedrohter Demokratie erscheint es mir von entscheidender Wichtigkeit zu sein, neben der Nutzung digitaler Medien im Unterricht – und diese wird im Rahmen eines sinnvollen Beitrags des Englischunterrichts zum Medienkonzept am Gymnasium Dingolfing an geeigneten Stellen erfolgen (müssen) – die
Schülerinnen und Schüler zum Nachdenken über die eigene Nutzungspraxis außerhalb der Schule anzuregen, bzw. für die Gefahren der sog. „social“ media (Verlust von Konzentrationsfähigkeit, Narzissmus, Cybermobbing), zu sensibilisieren, mithin die Möglichkeiten und Gefahren der
digitalen Welt rational zu erfassen, wie z.B. zu Beginn des Schuljahres mit dem Kinobesuch der Q11 zu Dave Eggers' dystopischem Roman The Circle und dessen Besprechung im Kursunterricht geschehen.
Nicht unerwähnt sollen hier die vielfältigen Angebote an unsere Schülerinnen und Schüler bleiben, neben Theaterbesuchen und Klassenleseprojekten, in W- und P-Seminaren weiter die
Lesekompetenz und Leselust zu fördern, bzw. Lust auf kulturelle Erfahrungen zu machen. In diesem Zusammenhang möchte ich ganz besonders auf die Wichtigkeit des Fortbestandes unseres USA-Austausches mit der Oak Hills High School in Cincinnati verweisen. Dies ist der neuen
Schulleitung ein Herzensanliegen. Entwicklungen in den USA bzw. die Zusammensetzung der Fachschaft Englisch erfordern nicht selten flexible Lösungen in Bezug auf Reiseleitung und Begleitpersonen. Ich möchte daher an dieser Stelle allen Kolleginnen und Kollegen ganz herzlich danken, die in den letzten Jahren mit ihrem Engagement zur Aufrechterhaltung unseres bewährten Austausches mit Cincinnati beigetragen haben. Die gesamte Fachschaft Englisch ist aufgefordert, diesen kulturellen Austausch auch weiterhin zu ermöglichen.
Allen Englischkolleginnen und -kollegen ein herzliches Dankeschön für ihre engagierte
Unterrichtstätigkeit und ihre Fortbildungsbereitschaft in Bezug auf die neuen digitalen Medien (MEBIS-Plattform, Active-Inspire, Tablets, etc.). Last but not least, vielen Dank an meine zwei besseren Hälften, an meine Frau für ihren bereits lange Jahre währenden Einsatz in vielen Unterstufenklassen, um als native speaker nicht nur zu einer verbesserten Kommunikationsfähigkeit unserer Unterstufler beizutragen, sondern sie zusätzlich zu ihrem regulären Unterricht weiter aufzuschließen und zu begeistern for all things English, und an unsere 2.Fachbetreuerin Englisch, Frau StDin Renate Skibiak, die mich auf dem nicht immer ganz leichten Weg der Fachschaftsleitung in bewegten Zeiten mit stets gutem Rat und beherzter Tat auf dem richtigen Kurs hält.

StD Steffan, Fachbetreuer Englisch

 

Etwas aufgeregt sind sie schon, die Schülerinnen und Schüler der 7E, kurz bevor sie die ihre Gäste in der Aula des Dingolfinger Gymnasiums abholen: die amerikanischen Austauschschüler aus Cincinnati (Ohio). Im Englischunterricht hat die 7E mit ihrer Lehrerin, Susanne Beer, in den letzten Wochen eine Stadtführung durch Dingolfing vorbereitet. Sie wollen den Gästen von der Oak Hills High School nicht nur typische Sehenswürdigkeiten wie die Herzogsburg oder die Kirche St. Johannes zeigen, sondern den Amerikanern auch vermitteln, was ihnen persönlich besonders an Dingolfing gefällt: die renaturierten Isarauen, der Bewegungspark oder ihre Lieblingseisdiele.

Uns so marschierten die jungen „tourist guides“, ausgestattet mit USA-Fähnchen, und ihre Gäste in zwei Gruppen los, um Dingolfing zu erkunden. Frau Krempl, die Organisatorin des Schüleraustauschs, begleitete eine Gruppe, Frau Beer die andere. Außerdem nahmen auch die amerikanischen Lehrerinnen Mrs Vandewalle und Mrs Nemeth teil.

Aufmerksam und beeindruckt von den Englischkenntnissen der jüngeren deutschen Schülerinnen und Schüler lauschten die Amerikaner den Ausführungen der Siebtklässler. Sie erfuhren Wissenswertes über die Stadtgeschichte und das Leben in Dingolfing.

Bald zeigte sich jedoch, dass es um mehr geht, als um die Vermittlung von Informationen: Auf dem Weg zwischen zwei Haltepunkten mischten sich die deutsche und die amerikanische Gruppe mehr und mehr und die Schülerinnen und Schüler tauschten sich über Freizeit, Familie, Autos und anderes aus.

Nach zwei Stunden war die kurzweilige Stadtführung zu Ende, wobei die deutschen Gästeführer mit einem Eis für ihre Arbeit belohnt wurden.

Informationen zur Herzogsburg

OStRin Susanne Beer

Nein, “Dingoville” steht nicht für eine virtuelle, von Avataren bevölkerte Parallelwelt, sondern es ist der zwischen Fantasie und Realität gelegene Schauplatz für in unserer Wirklichkeit verankerte Rollenspiele und szenische Darstellungen. Das “Dingoville“-Projekt basiert auf einem an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe von Graham Fosh und Prof. Dr. Vogt erprobten Konzept. Es ist ein Hauptgegenstand im Fach Englische Konversation, das seit einigen Jahren an unserer Schule im Rahmen des Zusatzangebots für die Oberstufe etabliert ist.

 

Dingoville 3Dingoville 4

 

When Barack Obama launched his Yes-We-Can campaign to win the presidential election of 2008 and finally moved into the White House, a feeling of hope and optimism, even a spirit of enthusiasm set in – particularly with regard to the situation of African Americans. People wondered if racial equality finally was on its way. It seemed that with Obama’s inauguration African Americans had made it, that Martin Luther King’s dream had come true in the end and they had finally freed themselves not only from the bonds of slavery and segregation but also from racial slurs and discrimination. In the course of his two terms as president of the US, disillusionment set in and racial justice sometimes appears to be more of a vision than a reality.

Wer kennt sie nicht die Geschichte von Romeo and Juliet, jener “star-crossed lovers“, die das Schicksal in den Tod führt, bevor sich ihre zutiefst verfeindeten Familien über den Gräbern ihrer Kinder wieder versöhnen?

Kurz vor den Weihnachtsferien konnten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12 am 21.12.2017 im Zuge eines Theaterbesuchs in der Stadthalle Deggendorf einer englischsprachigen Aufführung des Stücks durch die TNT Theatre und American Drama Group beiwohnen. Bei dieser Gelegenheit konnten sie nicht nur genaueren Einblick in den Handlungsverlauf der Tragödie, sondern auch in die Sprache und das Drama Shakespeares gewinnen; distanziert sich die Inszenierung doch bewusst von modernen Interpretationen und orientiert sich dafür umso mehr am ursprünglichen Text und den Vorgaben des Theaters zur Zeit Shakespeares. So wurden die Zuschauer – unterstützt durch die musikalische Umrahmung – in die Welt des elisabethanischen Theaters zurückversetzt und vermochten in die Tragik und Poesie des Werks einzutauchen. Ganz in Shakespeare’scher Manier kamen dabei trotz aller Ernsthaftigkeit des Stoffs auch humorvoll-komödiantische bis zuweilen possenhaft anmutende Passagen, wie bei Auftritten von Juliets Amme, nicht zu kurz. So vergingen die knapp zwei Stunden für einen Teil der Zuschauer wie im Flug , dass es auf diese Weise gelungen war, das im Lehrplan verankerte Thema “Shakespeare“ schon einmal authentisch und anschaulich anzureißen.

Fachschaft Englisch
Auer, Beer, Dettenkofer, Kottmeier, Plab, Rembeck, Steffan, Weidmann, Zöttl