Schülerinnen und Schüler warten mit ihren Wahlbenachrichtigungen in der Hand vor dem Wahllokal im Mehrzweckraum, um ihre Stimmen zur Wahl des Bayerischen Landtags abzugeben.

Möglich wurde dies durch die Durchführung der Juniorwahl am 10.10.2018 am Gymnasium Dingolfing. Dabei handelt es sich um ein handlungsorientiertes Konzept zur politischen Bildung, das das Erleben und Erlernen von Demokratie ermöglichen soll. Der gemeinnützige Verein „Juniorwahl“ unterstützt eine realitätsgetreue Wahlsimulation an Schulen und dieses Mal war das Gymnasium Dingolfing zum ersten Mal beteiligt. Das Projekt Juniorwahl hat sich seit seinem Bestehen 1999 zum größten Schulprojekt der politischen Bildung in Deutschland entwickelt. Die Aktion steht zudem unter der Schirmherrschaft der Präsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm und des Bayerischen Staatsministers für Unterricht und Kultus, Bernd Sibler.

Rund 300 Schülerinnen und Schüler der 10. bis 12. Jahrgangsstufe konnten ihre Stimme abgeben. Dazu war es natürlich erforderlich, sich zuvor mit den zur Auswahl stehenden Parteien und deren Programmen auseinanderzusetzen. Hierbei kam es zu angeregten und interessanten Diskussionen zwischen den Schülern. Die Ergebnisse der Wahl werden jedoch erst am Montag, also nach der „echten“ Wahl am Sonntag, bekanntgegeben.

Parallel zur Wahl wurde eine kleine interne Umfrage durchgeführt, um zu erfahren, was die angehenden Wählerinnen und Wähler von der Juniorwahl halten. Dabei wurde zum einen deutlich, dass eine überwältigende Mehrheit der Schüler die Wahlsimulation für sinnvoll hält, wobei gleichzeitig kritisiert wurde, dass über Politik im Unterricht zu wenig gesprochen bzw. informiert wird. Immerhin die Hälfte der Schüler geht davon aus, dass sie sich aufgrund der Beschäftigung mit der Juniorwahl auch langfristig mehr mit politischen Themen auseinandersetzen wird. Dieses Ergebnis deckt sich mit verschiedenen wissenschaftlichen Studien, unter anderem der Freien Universität Berlin, die nachweisen, dass das Projekt das Wissen über demokratische Prozesse und das politische Interesse von Jugendlichen nachhaltig fördern.

Julia Fischer-Döring, Hubert Kölnsperger

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