Pressebericht - Erschienen im Dingolfinger Anzeiger am 10.03.2018


„Create, connect and share respect: A better internet starts with you” – so lautete das Motto des diesjährigen Safer Internet Days am 6. Februar. Dieser Aktionstag wurde von der Europäischen Union ins Leben gerufen und wird weltweit durchgeführt. Zu diesem Anlass fand auch für die sechsten Klassen des Gymnasiums Dingolfing eine Veranstaltung rund um das Thema Internetsicherheit statt.

Welche Arten von Medien nutzen Schüler in ihrem Alltag? Liest man heutzutage noch Zeitschriften? Und werden in der Zukunft vielleicht Smartphone und Spielkonsole anstatt Süßigkeiten die Schultüte füllen? Anhand dieser und vieler weiterer Fragen diskutierten die Gymnasiasten in dem Modul „Medien non-stop“ unterschiedliche Arten von Medien sowie deren Funktionen. In einem Fragebogen zur Selbsteinschätzung konnten die Schülerinnen und Schüler anschließend ihren eigenen Medienkonsum reflektieren. Aus dieser Umfrage ging deutlich hervor, dass das Internet und die Nutzung des Smartphones für den Großteil der Schüler ein unverzichtbares Element in ihrem Alltag darstellten.

 

Allerdings birgt der starke Konsum digitaler Medien auch so manches Konfliktpotential zwischen Jugendlichen und ihren Eltern. Aus diesem Grund erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler Regeln, mit deren Hilfe Medien sinnvoll und in angemessenem Maße in den Alltag integriert werden sollten, sodass weder Schule noch Freizeit darunter leiden.

Im folgenden Workshop drehte sich alles um den beliebten Instant-Messenger „WhatsApp“. Zunächst sammelten die Schülerinnen und Schüler in einem Brainstorming positive und negative Aspekte bezüglich der App. Um diese besser kennenzulernen, beschäftigten sich die Jugendlichen darüber hinaus mit Fragen zu den Nutzungsbedingungen und den verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten, v.a. im Hinblick auf den Schutz der Privatsphäre. Auch wurden die Sechstklässler auf mögliche „Schattenseiten“ des Messenger-Dienstes hingewiesen und lernten beispielsweise, wie man bei Beleidigungen in Gruppenchats eingreifen oder Kontakte blockieren kann.

Da es im Internet nicht immer leicht ist, zwischen erlaubt und illegal zu unterscheiden, kann sich auch im World Wide Web jeder strafbar machen – vielleicht sogar ohne es zu wissen. Wie dies zu vermeiden sei, führte den Schülern der Polizeibeamte Herr Konrad Stöger, der für Prävention und Jugendarbeit zuständig ist und sich immer wieder mit Straftaten im Zusammenhang mit dem Internet befasst, vor Augen. Anhand zahlreicher anschaulicher Fallbeispiele aus seiner langjährigen Berufserfahrung machte Herr Stöger die Schüler u. A. darauf aufmerksam, dass beim Download oder Veröffentlichen von Bildern stets das Urheber- und Persönlichkeitsrecht berücksichtigt werden müsse, da sonst teils hohe Geldstrafen fällig würden. Vor allem mit Beleidigungen und – im schlimmsten Fall – Mobbing im Internet sei nicht zu spaßen, da dies nicht nur strafrechtliche Konsequenzen, sondern auch schwerwiegende Auswirkungen auf das reale Leben der Opfer habe.

Das Thema Cybermobbing stellte auch in diesem Jahr einen Schwerpunkt des Safer Internet Days dar. Anhand eines Films wurde den Schülern authentisch vor Augen geführt, was bei Cybermobbing passiert und auf welche Weise es die unterschiedlichen Lebensbereiche des Opfers beeinflusst. Die Schüler zeigten sich darüber sichtlich betroffen und schockiert. Durch das Analysieren des Verhaltens der Filmcharaktere versuchten sich die Schüler anschließend in die jeweiligen Situationen hineinzuversetzen, um so deren Handeln nachzuvollziehen und zu evaluieren. Aber was tun, wenn man selbst Opfer von Cybermobbing wird? Zu dieser Frage sammelten die Klassen zahlreiche Ideen zu Personen, an die man sich wenden kann. Gleichzeitig gingen sie auf die Prävention von Cybermobbing ein und hielten ihre Ergebnisse auf kreativ gestalteten Plakaten fest.

Am Ende des Vormittags nahmen die Schülerinnen und Schüler nicht nur zahlreiche wissenswerte Informationen und neue Sichtweisen auf das Internet, sondern vielleicht auch den einen oder anderen Vorsatz für die Zukunft mit nach Hause.

Abgerundet wurde der Aktionstag durch eine abendliche Infoveranstaltung für die Eltern und Erziehungsberechtigten der Schüler der 6. Klassen. Mithilfe interessanter und informativer Vorträge von Herrn Rechtsanwalt Kempe und Herrn Stöger von der Polizeidienststelle Dingolfing sowie der Aufforderung, stets mit den ihren Kindern über derartige Themen offen zu sprechen, können die Eltern nun gemeinsam mit den Schülern zu mehr Sicherheit im Internet beitragen.

Laura Wagner

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