„Wer Filme liest, hat mehr vom Sehen“ – unter dieser Überschrift erläutert der Journalist, Autor, Philosoph und natürlich auch „Filmleser“ Thomas Binotto auf seiner Homepage sein Verständnis von der Auseinandersetzung mit Filmen bzw. Bildern. Häufig beschränkt sich auch im schulischen Kontext das Ansehen von Filmen auf den Belohnungs- oder Unterhaltungscharakter im Anschluss an die Beschäftigung mit der zugrunde liegenden Lektüre. Spätestens seit der Implementierung des LehrplanPLUS jedoch wird dem Bild, respektive Film mit der Einführung des erweiterten Textbegriffs ein bedeutenderer und eigenständiger Stellenwert eingeräumt. Schülerinnen und Schüler sollen in die Lage versetzt werden, sich literarische und pragmatische Texte unter Berücksichtigung der jeweiligen medialen Gestaltungsmittel selbstständig und zielgerichtet zu erschließen. Vor diesem Hintergrund geht es auch beim unterrichtlichen Einsatz von Filmen oder Filmausschnitten um weit mehr als das bloße Anschauen oder Konsumieren; vielmehr wird, wie Binotto ausführt, „Filmlesen zum eigenen kreativen Akt“.

So war es nicht nur für die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe, sondern auch für zahlreiche Lehrkräfte ein Gewinn, dass der gefragte Referent sich bereit erklärt hatte, auf seiner Filmlesetour durch Bayern auch dem Gymnasium Dingolfing einen Besuch abzustatten.

Die Schülerlesung am Vormittag stand unter dem Thema „Panem ist überall – Macht der Bilder, Bilder der Macht“. Ausgangspunkt waren unterschiedliche Szenen aus der Verfilmung der gerade bei Jugendlichen sehr beliebten dystopischen Trilogie „Die Tribute von Panem“ (engl. „The Hunger Games“) der amerikanischen Autorin Suzanne Collins. Schwerpunktmäßig ging es immer wieder um die Frage, wie das Kino als große Illusionsmaschine funktioniert, wie Illusionen gestaltet und erzeugt werden und wie Realität und Fiktion dabei ineinander übergehen. Im Vergleich mit Ausschnitten aus dem Film „Olympia-Fest der Völker“ (1938) der Regisseurin Leni Riefenstahl zur Olympiade 1936 in Berlin wurden insbesondere auch die Mittel des Propagandafilms, wie sie im Nationalsozialismus gezielt verwendet wurden, bewusst gemacht. Die Erkenntnis, dass Bilder uns Realität vorgaukeln, während wir uns vom Bilderstrom mitreißen lassen, ist gerade auch wieder in einer Zeit, in der fake news und mediale Meinungsmanipulation eine große Gefahr für unsere Demokratie darstellen, eminent wichtig. Wie aber lässt sich der Wahrheitsgehalt der Bilder überprüfen? Letztlich nur durch kritischen und reflektierten Umgang mit der Bilderflut, dem Abklopfen der von einem Bild transportierten Botschaft auf Plausibilität und Glaubwürdigkeit, so die Quintessenz aus den Ausführungen Binottos. Am Nachmittag wurden die Lehrkräfte im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung genauer mit den Techniken des Filmlesens vertraut gemacht und erhielten zahlreiche Tipps für den Einsatz von Filmen im Unterricht.

Ein herzliches Dankeschön geht an den Förderverein, der durch seine Unterstützung großzügig zur Finanzierung der Veranstaltung beigetragen hat.

Elisabeth Rembeck

AusbildungsScouts – das sind junge Leute, die aus ihren Erfahrungen mit Ausbildung und Beruf berichten. Sie können erzählen vom schwierigen Weg der Entscheidungsfindung, von Bewerbungen und Bewerbungsgesprächen, von Lust und Last in der täglichen Arbeit – kurz, von all dem, was auf die 11.-Klässler des Gymnasiums in den nächsten Jahren wartet.

Deshalb hatten die Schüler der 11. Klasse des Gymnasiums Dingolfing im Rahmen der Studien- und Berufsorientierung nun die Möglichkeit, 5 AusbildungsScouts der IHK Niederbayern kennenzulernen und von ihren Erfahrungen zu profitieren.
Zunächst stellte Christine Wagner, die Regionalkoordinatorin der AusbildungsScouts, kurz vor, was es alles zu bedenken gilt, wenn man sich auf die Suche nach dem richtigen Beruf macht. Sie verdeutlichte, dass berufliche und akademische Bildung heutzutage in vielen Punkten gleichwertig ist, da es auch bei beruflichen Bildungswegen viele Möglichkeiten der Weiterbildung im Anschluss an eine Berufsausbildung gibt.
Anschließend hatten die Gymnasiasten die Möglichkeit, 2 von 5 Ausbildungswegen genauer zu betrachten: Der zukünftige Bankkaufmann Martin Blasi, der angehende Konstruktionsmechaniker Hannes Döring, die zukünftige Kauffrau im Groß- und Außenhandel Nicole Marx, der angehende Informatikkaufmann Lukas Stoiber und die zukünftige Industriekauffrau Katrin Weber stellten sich und ihre Lebenswege seit dem Abitur vor und ließen so Berufsorientierung greifbar werden.
Alle 5 sind in Rahmen eines eintägigen Seminars durch Frau Wagner auf ihre Aufgabe vorbereitet worden und konnten so den Schülern Rede und Antwort stehen.
Mit vielen neuen Anregungen verließen die Schüler nach diesem eindrücklichen Nachmittag die Schule. „Gut, wenn mal jemand erzählt, wie es wirklich abläuft!“ – so die einhellige Meinung.

„Geh deinen Weg“ – unter dieses Motto war der Motivationsvortrag für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12 gestellt, der auch in diesem Schuljahr ein Baustein der Kompetenzschulung im Rahmen der Seminarveranstaltungen der Oberstufe war. Es war gelungen, den Mental- und Motivationscoach Steffen Kirchner für einen Impulsvortrag zum Thema „Geh deinen Weg!“ zu gewinnen. Aus seinem Studium der Lebensgeschichten erfolgreicher Menschen resultieren seine Beobachtungen zu erfolgreicher Lebensgestaltung. Als Trainer und Coach betreute er Profisportler und Topathleten und überträgt seine Erfahrungen aus dem Sport zum einen auf die Situation in Wirtschaftsunternehmen, zum anderen auf allgemeine Lebensbereiche. So beinhaltete sein Vortrag zwar eine Vielzahl von Impulsen aus dem Bereich Sport, war aber passgenau auf die Schülerrealität und die Lebenssituation der Jugendlichen abgestimmt, die sich derzeit mitten im Orientierungs- und Entscheidungsprozess zur Studien- und Berufswahl befinden. Dabei lautete sein Credo: Jeder kann seinen Weg finden und so das Potential ausschöpfen, das in ihm steckt. Als grundlegende Erfolgsregel formulierte Steffen Kirchner: „Erfolg = Potenzial – Störfaktoren“. Zu den Störfaktoren zählen z. B. negative Menschen, also Menschen, die einem nur sagen, was nicht geht. „Entscheidend ist nicht das, was Du könntest, sondern das, was Du zeigst.“ Steffen Kirchner gab den Schülern den Rat, “nicht den leichten, sondern den richtigen, also deinen Weg zu gehen“. Man solle sich für sein Ziel entscheiden und dafür arbeiten. Dabei könne es durchaus mühsam sein, wenn ein Tag bereits anstrengend genug war, noch Motivation für sein eigenes Ziel aufzubringen. Wichtig sei jedoch, sich bewusst zu machen, dass es „in diesem Moment nur an mir selber liegt, ob ich für mein Ziel kämpfe“. Motivieren kann man nicht an andere delegieren, motivieren könne man sich nur selbst. Hat man keine eigenen Ziele, dann übernimmt man die Ziele anderer Menschen und wird so durch andere Menschen benutzt. Dies könne dazu führen, dass man zwar erfolgreich, aber eventuell nicht glücklich wird. Wichtig sei auch, dass der visuelle und mentale Fokus auf das ausgerichtet ist, was man tut, d. h. nicht zu viele Dinge auf einmal machen. Im Sport wird daher heute weniger lang, dafür mit mehr Intensität trainiert. Herr Kirchner erläuterte sehr anschaulich, warum ein Ziel schriftlich formuliert, motivierend, messbar und zeitlich fixiert sein muss. Ebenso soll das Ziel hochgesteckt, aber erreichbar sein (Treppenstrategie). Anhand zahlreicher Tipps und Beispiele gab er Hilfestellung, die Motivation zu entwickeln, vielleicht sogar die Begeisterungsfähigkeit zu entfachen, um die eigenen Ziele schrittweise umzusetzen. Bei der Findung des Traumberufs sind die Aspekte persönliche Stärken und Leidenschaft entscheidend. Man solle sowohl drei persönliche Stärken als auch drei Leidenschaften kombinieren, um sich über die berufliche Richtung klar zu werden. Auch soll man sich die Vorstellungskraft zu Nutze machen und sich z. B. eine Prüfungssituation 30-mal vorstellen, wodurch sie dann beim tatsächlichen Erleben nicht mehr so bedrohlich wirke.

Der Vortrag beinhaltete viele aktivierende und visuelle Elemente, wodurch Herr Kirchner es auf unterhaltsame und gleichzeitig inspirierende Weise verstand, den Zuhörern seine „Spielregeln des Erfolgs“ zu vermitteln. Dabei regte er sein Publikum an, zu hinterfragen, worauf sie im Leben fokussiert sein möchten oder wie sie ihr Ziel im entscheidenden Moment im Auge behalten können.
Am Ende der Veranstaltung war die einhellige Meinung der Schülerinnen und Schüler, dass der Vortrag nicht nur ein abwechslungsreicher und interessanter Baustein im Seminarbetrieb gewesen sei, sondern dass es dem Referenten auch gelungen sei, konkrete und praktikable Anregungen für den Alltag zu vermitteln.

 

Die Grundlagen souveränen Auftretens und freier Rede standen im Mittelpunkt einer Plenarveranstaltung zum Thema „Rhetorik – Sprache wirkt!“ für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12 im Rahmen der Kompetenzschulung in den Seminaren der Oberstufe. Dabei bekamen die Zuhörer durch die fesselnde und überzeugende Darstellung des Referenten die zentralen Techniken nicht nur vermittelt, sondern auch äußerst anschaulich vor Augen geführt.

Es war gelungen, den Sprachwissenschaftler, Rhetoriktrainer und Therapeuten Thomas Burger für einen sehr informativen und zugleich kurzweiligen Nachmittag an die Schule zu holen. Anknüpfend an ein einschneidendes persönliches Erlebnis und die vielfältigen Stationen seiner Vita zog er die Teilnehmer in seinen Bann und zeigte dann – immer ausgehend von konkreten Beispielen – grundlegende Werkzeuge auf, mit denen der Aufbau eines Vortrags gelingt und mit deren Hilfe sich sprachliche Überzeugungskraft und Souveränität des Auftretens erfolgreich trainieren und steigern lassen. So erläuterte er Techniken, die von Anfang an eine hohe Aufmerksamkeit garantieren: das Sprechen in kurzen, überschaubaren Satzeinheiten; das Setzen von Doppelpunkten, die den Zuhörer bereits für die nachfolgende Botschaft sensibilisieren; die effektive und bewusste Nutzung von Pausen sowie die Vermeidung floskelhafter Wendungen und Füllwörter, die Verwendung wörtlicher Zitate oder sprachlicher Bilder.  Parallel dazu verdeutlichte Herr Burger die unterschiedlichen Wirkmechanismen der Rhetorik, von der positiven Nutzung im Sinne sprachlicher Prägnanz und Wirksamkeit bis hin zu manipulativem Sprachmissbrauch. Im zweiten Teil des Vortrags ging es um die Wichtigkeit körpersprachlicher bzw. nonverbaler Kommunikationssignale, um den Aussagen mehr Überzeugungskraft zu verleihen; als entscheidende Techniken in diesem Zusammenhang verwies der Referent auf mittiges und aufrechtes Stehen, das Halten von Blickkontakt und das Modulieren der Stimme. In einem dritten Teil schließlich gab Herr Burger Hinweise zum Medieneinsatz, zur Gestaltung und Nutzung von Präsentationsfolien. Die konstant hohe Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler nach einem langen Schulvormittag zeigte beeindruckend, dass der Referent auch selbst dem maßgeblichen Kriterium für einen gelungenen Vortrag voll und ganz genügte – schaffte er es doch mit Bravour, seine Zuhörer nicht nur auf der kognitiven, sondern auch auf der emotionalen Ebene anzusprechen.

 Elisabeth Rembeck und Laura Wagner

Überzeugend präsentieren, Medien gekonnt zur Visualisierung der Inhalte einsetzen und souverän auftreten – all das sind Kompetenzen, die es in Vorbereitung auf die Präsentationsleistungen, die insbesondere in den Seminaren der gymnasialen Oberstufe eingefordert werden, zu schulen gilt. Im wissenschaftspropädeutischen Seminar schließt sich an die Abgabe der Seminararbeit die mündliche Präsentation der Arbeitsergebnisse an; und auch im Projektseminar zur Studien- und Berufsorientierung ist die überzeugende Präsentation der erarbeiteten Ergebnisse wesentliches Element eines erfolgreichen Projektabschlusses. Darüber hinaus ist die Fähigkeit, souverän zu präsentieren, grundsätzlich ausschlaggebend für den Erfolg – ob im schulischen oder universitären Kontext oder im Berufsleben.

Diese Botschaft führte der Journalist und Blogger Matthias J. Lange bei seinem Vortrag am 19.10.2017 seinen Zuhörern eindringlich vor Augen. Schon bei der Vorstellung seiner Person und seines beruflichen Werdeganges wurden Grundprinzipien visuellen Präsentierens deutlich. Ausgehend von Bildimpulsen zu verschiedenen Stationen seiner Vita ließ der Referent die Zuhörer Einblick in sein Leben und seine Arbeit nehmen, knüpfte dabei immer wieder an die Lebenswelt der Jugendlichen an und bezog diese in seine Ausführungen ein. Zunächst als Tageszeitungsredakteur und Pressesprecher, später als Chefredakteur verschiedener Zeitschriften insbesondere aus dem IT-Bereich tätig, wagte er vor einigen Jahren den Sprung in die Selbstständigkeit und arbeitet heute freiberuflich als Journalist, Blogger und Experte für digitale Medien.