Religion und Kultur – wie gehören die beiden Begriffe zusammen? Für uns im lang schon christianisierten Deutschland ganz selbstverständlich – unsere Kultur ist von der Religion geprägt, unsere Religion auch von der Kultur. Aber in anderen Ländern? Beispielsweise in Papua-Neuguinea, wo im Hochland erst 1930 die ersten Kontakte mit der westlichen Welt stattfanden?
Im Rahmen des evangelischen Religionsunterrichts besuchte Pfarrer Penga Nimbo aus Papua-Neuguinea die 10. Jahrgangsstufe des Gymnasiums und erläuterte das spannende Wechselspiel von hergebrachter Kultur und „neuem“ Christentum. Die Verehrung der Ahnen illustrierte er mit Bildern aus seinem Heimatdorf Jalibu, wo noch seine Eltern- und Großelterngeneration in kleinen Gedenkstätten die Gebeine der Verstorbenen aufbewahrten. Seit der Christianisierung seien diese Häuschen verschwunden und die Toten bestattet. Aber das Bewusstsein dessen, dass der Tod nicht das Ende ist, lebt im christlichen Auferstehungsglauben weiter. Auch der Heilige Geist hat im Glauben eine größere Bedeutung, da in seinem Wirken die Kraft der unsichtbaren Welt gesehen wird. Von der Kraft Gottes wird - in weit größerem Maß als dies im Westen üblich sei - auch Gesundheit bzw. Heilung von Krankheiten erwartet. Dies ist aber auch bitter nötig, da in Sachen Gesundheitssystem das Land noch einen weiten Weg vor sich hat. Der Weg zum nächsten Krankenhaus ist oft weit, es fehlt an Transportmöglichkeiten und der nötigen Infrastruktur.


Dennoch vermisst Pfarrer Nimbo viele schöne Eigenheiten seines Heimatlandes - etwa das intensive Gemeinschaftsleben mit vielen kleinen Begegnungen im Alltag. Im Vergleich dazu kommt ihm das Leben in Deutschland sehr individualistisch vor. Seine Arbeit hier sei viel stärker vom Computer bestimmt - Vorträge vorbereiten, Kontakte organisieren. Hingegen sei er als Pfarrer in Papua-Neuguinea öfter draußen unterwegs - bei der Gartenarbeit oder im Gespräch mit den Gemeindegliedern.
Die traditionelle Verbundenheit mit der Natur und der Gemeinschaft verdeutlichte Pfarrer Nimbo in vielen farbenprächtigen Bildern von Feierlichkeiten, etwa vom Besuch des evangelischen Landesbischofs von Bayern, Heinrich Bedford-Strohm, der mit Blumenkränzen geschmückt und mit Tänzen empfangen wurde. So leben noch viele hergebrachte Elemente in Kleidung und Ritualen fort, die ihren neuen Ort in Ostergottesdiensten oder Jugendsynoden gefunden haben.
Die Schüler zeigten sich beeindruckt von diesem spannenden Einblick in eine fremde Welt, die aber durch die langjährige Partnerschaft, die zwischen dem Dekanat Landshut und dem Dekanat Jalibu-Imbongu besteht, immer wieder ganz nah rückt.

Template by JoomlaShine