Schülerinnen und Schüler warten mit ihren Wahlbenachrichtigungen in der Hand vor dem Wahllokal im Mehrzweckraum, um ihre Stimmen zur Wahl des Europäischen Parlaments abzugeben?

Möglich ist dies durch die Durchführung der Juniorwahl am 22.5.2019 am Gymnasium Dingolfing. Dabei handelt es sich um ein handlungsorientiertes Konzept zur politischen Bildung, das das Erleben und Erlernen von Demokratie unterstützen soll. Der gemeinnützige Verein „Juniorwahl“ unterstützt eine realitätsgetreue Wahlsimulation an Schulen und dieses Mal war das Gymnasium Dingolfing schon zum zweiten Mal in diesem Schuljahr beteiligt. Nach dem großen Erfolg der Aktion bei der Landtagswahl im Herbst, haben sich die Lehrkräfte Julia Fischer-Döring und Hubert Kölnsperger dazu entschlossen, dieses Mal die Europawahl zu simulieren.

Das Brandenburger Tor. Das Wahrzeichen Berlins. Jetzt weiß man sicher, dass man in Berlin ist und nicht in irgendeiner anderen Großstadt. Zusammenstellen, bitte. Lächeln. Knips. Zahlreiche Fotos werden geschossen. Endlich in Berlin. Darauf freuen sich die zehnten Klassen des Gymnasiums schließlich schon seit Wochen.

Viele Erlebnisse sorgten dafür, dass die Reise unvergesslich bleiben wird!

Nach einer langen Busfahrt machten die Schüler gemeinsam mit ihren Lehrern Frau Krempl, Herrn Kölnsperger, Frau Fischer-Döring, Frau Skibiak, Herrn Dettenkofer, Frau Gahr, Herrn Hellesö und Herrn Dentler einen Zwischenstopp in Potsdam, um Schloss und Park Sanssouci zu besichtigen. Während der eine Bus dann ins Hotel fuhr und die Schüler eincheckten, wurde der andere Bus in einen Unfall verwickelt. Ein Kratzer am Vorderrad war der einzige Schaden, aber bis die Polizei alles aufgenommen hatte, vergingen rund zwei Stunden.  Dass der halbstündige Fußmarsch vom Unfallort ins Hostel die erste Sightseeingtour war, wollten die Schüler nicht so recht glauben.

Die East Side Gallery, das am längsten noch erhaltene Teilstück der Berliner Mauer, war dann wirklich die erste Sehenswürdigkeit.

10d berlin10ab berlinAm nächsten Tag lernten die Schülerinnen und Schüler die Stadt bei einer interessanten Stadtrundfahrt näher kennen. Die Reiseleiterin kam aus München. Am Nachmittag blieb Zeit, um am Ku´damm das schöne Wetter zu genießen und die Berliner Einkaufszentren zu plündern. Am späten Nachmittag fand der Besuch des Plenarsaals im Reichstagsgebäude statt. Im Anschluss trafen sich die Dingolfinger mit dem CSU-Bundestagsabgeordneten Max Straubinger aus Simbach. Dabei bekamen die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ihm Fragen zu aktuellen Themen zu stellen. „Ich empfinde es als große Freude, dass neunzig Schüler mit ihren Lehrern hierherkommen.“ Straubinger versucht nach eigenen Angaben stets den Kontakt zu den Bürgern in seinem Wahlkreis zu halten, obwohl er viel Zeit in Berlin verbringt. „Am meisten am Abgeordnetensein mag ich die Konfrontation mit den verschiedensten Lebenssituationen.“ Er forderte die Schüler auf, sich politisch zu engagieren.

Mit der Besichtigung des Bode-Museums mit Kunstwerken aus ganz Europa begann der dritte Tag der Berlinreise.  Danach stand die Führung im Stasigefängnis Hohenschönhausen an. Herumgeführt wurden die Schüler von ehemaligen Inhaftierten, was die Erzählungen authentischer machte.

Einen spannenden Ausklang fand die Reise in der Berliner Unterwelt „Gesundbrunnen“. In diesem U-Bahnhof entstanden auf mehreren Etagen unterirdische Luftschutzbunker, die während des Zweiten Weltkrieges Schutz boten. Heute beherbergt die Unterwelt ein Museum mit Funden und Kriegsschrott.  

Mit vielen Eindrücken aus der Bundeshauptstadt kehrten die Zehntklässler nach vier Tagen wieder zurück.

„Du bist verrückt mein Kind, du mußt nach Berlin. Wo die Verrückten sind, da jehörste hin!“ oder „Eine Seefahrt, die ist lustig...“

Montag, den 23.7.2018, startet zu noch nachtschlafender Zeit eine Reisegruppe von 58 Schülerinnen und Schülern und ihren 4 Lehrern vom Brunnenhof aus Richtung Bundeshauptstadt. Nach knapp 8 Stunden Fahrt und mehreren Stopps an pittoresken Autobahnrastplätzen erreichen wir unsere erste Destination: Das Meininger an der East Side Gallery. Den Bus verlassend werden wir auch gleich mit etwas vertraut, das uns die kommenden Tage begleiten soll und die Klimaanlage im Bus fast vergessen hat lassen: Es ist brütend heiß. Nach dem Check-in machen wir uns auf, unsere Nachbarschaft zu erkunden und statten der East Side Gallery und der Oberbaumbrücke einen Besuch ab. Im Anschluss daran geht es weiter zum Alex.

Was macht eigentlich ein Landtagsabgeordneter? Wie kommt ein Gesetz zustande? Was ist eine Fraktion? Fragen, auf die viele Schüler - aber auch Erwachsene - oft keine konkreten Antworten wissen. Um hier mehr Licht ins Dunkel zu bringen, fand für die Schüler der Klassen 10b und 10d im Rahmen des Sozialkundeunterrichts und in Zusammenarbeit und unter der Leitung dreier Referenten des C·A·P (Centrum für angewandte Politikforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität, München) ein Planspiel statt, das das C·A·P zusammen mit dem Landtagsamt München entwickelt hat und das vom Landtag finanziert wird.

 Am 23. April war den ganzen Vormittag über statt dem üblichen Lernen einmal "Politikerspielen" angesagt: Die Schüler „verwandelten“ sich in Abgeordnete und wurden einer der vier im Landtag vertretenen Parteien zugeordnet. Sie hatten über einen Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Jugendkriminalität zu entscheiden. Dieser Entwurf wurde in den verschiedenen Fraktionen und Ausschüssen diskutiert und umgeformt.

Dankenswerterweise stellte das Landratsamt Dingolfing-Landau wie auch schon die letzten Male seine Räumlichkeiten dafür zur Verfügung. Im Großen Sitzungssaal wirkt das ganze Szenario natürlich schon viel realistischer.

Anschließend standen die drei „echten“ Landtagsabgeordneten Frau MdL Ruth Müller (SPD), Frau MdL Rosi Steinberger (Bündnis 90/ Die Grünen) und Frau MdL Jutta Widmann (FW) den Jungparlamentariern Rede und Antwort. In einer von „Journalisten“ aus dem Planspiel organisierten und moderierten „Pressekonferenz“ erfuhren die Schüler, welche Meinung die anwesenden Vertreterinnen der Parteien zum Thema Jugendkriminalität haben. Aber auch andere politische Themen wurden bei dieser Gelegenheit angesprochen.

Fazit: Die Schüler wissen nun nicht nur mit Sicherheit, was Fraktionen und Ausschüsse sind, sie haben auch konkrete Einblicke in das komplizierte Gesetzgebungsverfahren bekommen, an rhetorischen Fähigkeiten gewonnen und sie hatten vor allem auch jede Menge Spaß!

Julia Fischer-Döring

„Seien Sie sich bewusst, dass die Zukunft Deutschlands hauptsächlich von Ihnen selbst abhängt.“ Mit diesem Gedanken verabschiedete Herr Erwin Huber die 50 Schülerinnen und Schüler der Q11, die sich am Mittwoch, dem 8.11.2017 auf Einladung des Landtagsabgeordneten zu Besuch im Maximilianeum in München befanden.

Nach einem kurzen einführenden Film zu Funktion und Aufgaben des Bayerischen Landtags stand Herr Prof. Dr. Gerhard Waschler, Vorsitzender des CSU-Arbeitskreises Bildung und Kultus und zugleich stellvertretender Vorsitzender des Bildungsausschusses des Landtags den Schülern Rede und Antwort. Besonders heiß wurde über Sinn und Unsinn der Hitzefrei-Regelung diskutiert. Aber auch Fragen der Digitalisierung und der Ausstattung der Schulen mit entsprechenden elektronischen Geräten wurden erörtert.

Im Anschluss stellte sich Herr Erwin Huber den Fragen der Q11. Die Diskussion drehte sich um verschiedenste Themen. So wurde über Donald Trump und sein erstes Jahr im Amt sowie über die Rolle der AfD und die Ursachen für deren relativ starkes Abschneiden bei der Bundestagswahl 2017 gesprochen. Auch über das Verhalten und die Taktik der CSU im Wahlkampf, die Fehler, die dabei gemacht wurden, und die notwendigen Konsequenzen äußerte Herr Huber seine Meinung. Den Schülern war es außerdem noch ein Anliegen, um schnellere Internetanschlüsse und bessere Mobilfunkabdeckung für den niederbayerischen Raum zu bitten. Hier versprach Herr Huber möglichst baldige Abhilfe, wies aber auch auf die hohen Kosten des Ausbaus des schnellen Internets für den Staat hin. Zum Schluss kam noch die Frage auf, ob die Jamaika-Koalition erfolgreich sein werde. Hier meinte Herr Huber, dass in einer sich immer stärker ausdifferenzierenden und individualisierenden Gesellschaft die Notwendigkeit für Kompromisse immer mehr steige und diese die einzige Möglichkeit seien, die unterschiedlichen Interessen einigermaßen unter einen Hut zu bringen. Angesichts der Tatsache, dass die einzige Alternative Neuwahlen wären, wird diese ungewöhnliche Koalition seiner Meinung nach wahrscheinlich zustandekommen.

Danach wurden die Schülerinnen und Schüler von Herrn Huber auf ein Mittagessen in den Hofbräukeller am Wiener Platz eingeladen, wo die Eindrücke aus dem Landtag im gemütlichen Gespräch verarbeitet werden konnten. Geistig und körperlich gestärkt ging es danach wieder zurück nach Dingolfing.